Tanzwissenschaftspreis NRW 2016 Tanzwissenschaftspreis NRW 2016

Stephanie Schroedter aus Salzburg
wurde 2001 für ihre Dissertation „Vom ‚Affekt‘ zur ‚Action‘ - Quellenstudien zur Poetik der Tanzkunst vom späten Ballet de Cour bis zum frühen Ballet en Action“ ausgezeichnet.

Stephanie Schroedter über die Auszeichnung:
Durch die Verleihung des Tanzwissenschaftspreises NRW konnte ich mühelos die Publikation meiner Dissertation zum Wandel der Tanzpoetik um 1700 vorantreiben und mich rasch dem Entwurf eines neuen Forschungsprojekts zuwenden. Hierfür recherchierte ich zunächst ein halbes Jahr in Pariser Archiven und Bibliotheken, um anschließend bei der DFG einen Forschungsantrag einzureichen, der erfreulicherweise prompt bewilligt wurde.

Durch eine Erweiterung dieses zunächst primär tanzwissenschaftlich ausgerichteten Projekts in die Richtung Musiktheater  gelang es mir, von den urbanen Tanzkulturen im Paris des 19. Jahrhunderts – als einer Großstadt der aufblühenden Moderne – ausgehend, die Tanz- und Musiktheater-Produktionen der „großen Häuser“ neu zu beleuchten, letztlich unmittelbare Wechselbeziehungen zwischen einer „Verstädterung des Theaters“ und „Theatralisierung der Stadt“ nachzuzeichnen. Mit dieser zweiten Monographie habilitierte ich mich an der Freien Universität Berlin und erhielt hierfür die Lehrbefugnis für Tanz- und Musikwissenschaft.

Die vom Deutschen Tanzarchiv Köln initiierte Verleihung eines Tanzwissenschaftspreises erachte ich als ein wichtiges Signal zur Etablierung einer noch sehr jungen Kunstwissenschaft. Schließlich ist dieser Preis eine überaus wertvolle Ermutigung für junge Tanzwissenschaftler*innen, ihren Weg trotz aller Schwierigkeiten möglichst unbeirrt fortzusetzen.

Deutsches Tanzarchiv Köln Wissenschaftsministerium NRW